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SILBERNER FJORD (06.06.04)
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VENUSTRANSIT IN ISLAND! (08.06.04)
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REISEBERICHT 2003 (MIT SONNENFINSTERNIS)
SILBERNER FJORD (06.06.04)



Im Hintergrund hören sie die Wellen am Ufer des Skagafjörður, dazwischen das Gackern einer Mantelmöwe.


Fahrtroute 06.06.04
Fahrtroute am 06.06.04 (gelbe Punktierung) und Aufenthalte (dicke gelbe Punkte).
Bitte klicken Sie auf die Karte, um diese in Originalgröße in einem separaten Fenster anzuschauen.


Ich werde erst um halb acht wach, zum Glück ist die Dusche aber gleich frei. Der erste Weg führt wieder in die Tourist Information, vor allem zwecks Update der Webpage. Es gibt einen neuen Wetterbericht für Dienstag vom Icelandic Meteorological Service:

"The weather forecast for the next several days On Tuesday: Light winds and bright weather in most places, but chances of afternoon showers inland. Temperatures 7 to 16 degrees C. coldest by the coast. On Wednesday, Thursday Friday and Saturday: Light winds and fair in most places, but foggy by the coast in the north and east. Rather warm weather, up to 18 to 20 degrees C inland.

Outlook issued on 6. 6. 2004 at 8:45
Next outlook is due at 17:50
"


Markus Burch schreibt mir in einer e-mail, dass für NE-Island am Dienstag gutes Wetter zu erwarten sei, mit etwas Glück, falls sich 2 Hochdruckzonen verbinden, auch für andere Landesteile. Für die Schweiz und die Südhälfte Deutschlands klingen die Prognosen ebenfalls optimistisch, weniger für den Norden Deutschlands.
Nach dem Frühstück - na wo wohl? - geht es dann bei aufklarendem Himmel zur großen Fjordrundfahrt.

Den ersten Teil der Strecke bis zur Nordküste der Halbinsel Tröllaskagi kenne ich bereits. Ich halte deshalb nur einmal für ein paar Minuten an, nämlich am Ólafsfjarðarmúli, wo wir vor einem Jahr die ringförmige Sonnenfinsternis beobachtet haben. Genau wie damals ist es auch heute fast windstill. Ich drehe ein Panoramavideo, bevor ich meine Fahrt fortsetze.
Über den rumpeligen und im Winter meist gesperrte Pass Lägheiði erreiche ich die Nordküste. Ein Nehrung trennt die Bucht Fljótavík vom dahintergelegenen Haff Miklavatn. Über die Nehrung führt eine Piste - Aussteigen ist freilich streng verboten, denn hier gibt es eine sorgsam gehegte Eider-Kolonie. Also schaue ich mir das Ganze oben von der Straße mit dem Fernglas an.

Eider-Farm
Küstenszene bei Fljótavík

Von der hier wieder asphaltierten Hauptstraße (Nr. 76) führen gelegentlich Stichstraßen in Seitentäler, in denen sich einzelne Farmen befinden. Hierher verirrt sich kaum ein Tourist, Behördenvertreter wahrscheinlich auch nicht. Anders ist kaum zu erklären, dass dort Autowracks völlig ungeniert unter freiem Himmel vor sich hinrosten. Meistens sind es nur einzelne oder wenige Exemplare, manchmal stößt man aber auch auf ganze Autofriedhöfe. Da findet sich dann so mancher echter Oldtimer, vom Mercedes bis zum Wartburg. Bei der Farm Neskot scheuche ich beim Vorbeifahren ein paar Schafe auf, die auf die nächste Wiese rennen. Ein Mutterschaf bleibt in einem Drahtzaun hängen. Durch verzweifeltes Zappeln reißt es sich wieder los, nur um ein paar Meter weiter im nächsten Stacheldraht festzusitzen. Und da gibt es kein Entkommen. Ich hole die Zange aus dem Kofferraum, um das Viech aus seiner misslichen Lage zu befreien. Als ich mich nähere, spielt es vorsichtshalber totes Schaf. Die Augen des Tiers sehen seltsam trüb aus. Vielleicht hat es eine Sehstörung - das würde erklären, warum es zweimal in den Zaun gerannt ist. Als ich die Drähte weggeknipst habe, ist es jedenfalls schlagartig wieder quicklebendig und rennt von dannen - und diesmal in zaunfreies Gelände.

Nächste Station ist die bereits am Skagafjörður gelegene Farm Lónkot. Hier gibt es einen kleinen Aussichtsturm, von dem man den Venustransit 2012 sehr gut beobachten könnte - allerdings nur die erste Phase bis zum Untergang der Sonne im Meer. Nach dem Wiederaufgang würde sich der Rest des Transits hinter den Bergen im Nordosten abspielen. 2012 ist fern, doch das Wetter heute ist einfach traumhaft - Zeit für ein ausgiebiges Sonnenbad am silbern glänzenden Fjord.

Silberner Fjord
Blick über den Skagafjörður.

Geröllstrand
Geröll-Strand bei Lónkot am Skagafjörður.

Vorbei am Höfðavatn, einem ausgedehnten Strandsee, geht es auf einer Seitenpiste auf den kleinen Ort Hofsós zu. Am rechten Straßenrand entdecke ich einen winzigen Tümpel, der so einiges an Vögeln anlockt. Eine Uferschnepfe putzt sich ausgiebig, ein Odinshühnchen schwimmt am Ufer entlang und in der Luft zieht eine Bekassine ihre Kreise. Dabei lässt sie das charakteristische "Meckern" ertönnen, ein Laut, der im Sturzflug durch die gespreizten Schwanzfedern erzeugt wird. Zwischendurch fliegen ein paar Seeschwalben eher halbherzige Attacken. Nach einer knappen Stunde reiße ich mich los und fahre weiter.
Die wichtigste und eigentlich einzige Sehenswürdigkeit in Hofsós ist das Auswanderermuseum, das allerdings um diese Uhrzeit - es ist schon 19.30 Uhr durch - geschlossen ist. Offen ist dagegen noch das benachbarte Café, wo ich etwas gegen den Hunger tue. Danach schaue ich mir am südlichen Ortsrand eine Felsformation an - wie Orgelpfeifen stehen die Basaltsäulen hier nebeneinander. An einer Stelle sind sie von oben angeschnitten, was aussieht wie ein Straßenpflaster aus "Katzenbuckeln". Letztere sind ja auch nichts anderes als zu Scheiben zersägter Basalt.

Basaltsäulen
Basaltsäulen am Fjordufer bei Hofsós.

Noch etwas weiter südlich kann man sich die bescheidenen Reste - einige Grundmauern - des mittelalterlichen Handelsplatzes Grafarós anschauen. Sonderlich beeindruckend ist das nicht. Beeindruckender ist da schon der Autofriedhof mit dutzenden von wild durcheinander liegenden Wracks, den ich bei einer Farm in einem der Seitentäler entdecke.

Video (mp4, 8.6mb): Der Autofriedhof

Inzwischen ist es schon nach 22.00 Uhr, die Sonne kriecht am nördlichen Horizont entlang und verbreitet das seltsame goldene Licht der nordischen Sommernacht. Auf einer Wiese steht die winzige Torfkirche Gröf, eine der wenigen, die noch erhalten ist. Eigentlich bestehen nur die Außenwände aus dem schützenden und isolierenden Torf, unter dem sich die hölzernen Innenwände verbergen. Das Innere des Kirchenraums erinnert etwas an norwegische Stabkirchen.

Torfkirche
Die Torfkirche Gröf am späten Abend.

Nun geht es bereits auf Mitternacht zu - es wird Zeit, nach Akureyri zurückzukehren. Von Gröf aus dauert das etwa 90 Minuten. Unterwegs bewundere ich den klaren blauen Himmel - perfekte Bedingungen für den Venustransit. Doch der findet erst in der folgenden Nacht statt.

Mitternachtssonne
Tiefstehende Sonne kurz vor Mitternacht.

TEIL 5 DES REISEBERICHTES
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